Das Machtgefälle zwischen dem Top und dem Bottom wirkt für beide sexuell anregend. Wobei sich der Bottom gerne und bewusst während der Session dem Top ausliefert und diesem dient. Das führt dazu, dass der Bottom jegliche Verantwortung an den Top übergibt und so quasi seinen „Alltag“ vergisst und sich nur seinem Gefühl überlässt. Der Top genießt, dass er sich jederzeit und so wie er möchte eines Bottoms bedienen kann und diesen beherrscht – sowohl sexuell als auch geistig.

Pet-Play

Dabei handelt es sich um Rollenspiele, die im Bereich der Tierwelt angesiedelt sind. Sie sind für manche Bottoms die „höchste“ Art der Erniedrigung und Selbstaufgabe die sie sich vorstellen können UND wünschen. Der Bottom übernimmt z. B. den Part des Doggies, des Schweines, der Stute oder des Hengstes. Während der Top den jeweiligen Besitzer, Trainer oder Benutzer desselben spielt und aus dem sich daraus ergebenden Machtgefälle seine Lustbefriedigung zieht.

Achtung!! Der Top muss darauf achten, während der Session den Bottom NICHT abrupt aus dessen Rolle zu nehmen und ihn als Mensch oder Partner anzusprechen. Es kann dazu kommen, dass der Bottom kurzzeitig nicht klar denken kann. Der Top (das „Herrchen“) muss sich bewusst sein, das der Bottom („Pet“) – ist er erst einmal komplett in seiner Rolle – weder ganze Sätze noch Fragen versteht und auf diese NICHT wie ein Mensch reagiert. Auch kann es dadurch zu einem für beide SEHR unbefriedigenden Ende einer Session kommen. Außerdem können Gelenkverschleiß und Krämpfe bei zu langem und ungeübtem Verbleiben auf allen vieren auftreten. Bei zu langwierigen Rollenspielen, insbesondere wenn Masken getragen werden, kann es beim Bottom zu Gleichgewichtsstörungen kommen. Als psychisches Risiko wäre der Verlust der Realität zu erwähnen. Infektionsrisiken sind keine bekannt.

Verhöre, Musterung & Knast

Diese erotischen Rollenspiele, in denen der Bottom anscheinend ungewollt der Willkür des oder der Top/s ausgesetzt wird, führt zu einem gewollten, für die Beteiligten geilen Machtgefälle. z. B. Ankläger – Angeklagter, Offizier/Ausbilder – Rekrut, Aufseher – Gefangener.

Achtung!! Den Bottom keinesfalls psychisch oder körperlich überfordern. Eine psychische Überforderung ist meist schwer erkennbar, da sie sehr individuell sein kann. Deshalb sollten vor der Session Safe-Wörter oder -Zeichen ausgemacht werden. Der Top sollte diese unbedingt beachten. Im Unterschied zum Top kann der Bottom in psychische Abhängigkeit, Realitätsverlust, Panik- und Angstzustände verfallen (z. B. bei zu langem Aufenthalt in Käfigen, Zellen oder dunkeln Räumen). Deshalb darf er nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Bei körperlicher Gewalt/Züchtigung sind Verletzungen durch Schläge oder Elektro-Folter möglich. Infektionsrisiken gibt es keine, solange es nicht zu körperlicher Gewalt kommt (siehe unter SM).

Entführung

Den Entführten mit verbundenen Augen oder einem Sack über dem Kopf gefesselt an einen unbekannten Ort bringen, dort einsperren oder irgendwo aussetzen. Die sich daraus ergebende Hilf- und Machtlosigkeit ist bei den „Opfern“ das Ziel ihrer Phantasien und führt zu einer sexuellen Stimulation bis hin zum Orgasmus. Für den Top ist es die Ausübung „scheinbar“ unfreiwilliger Übernahme der Macht über einen Anderen. In manchen Fällen ist dieses auch das „Vorspiel zu einem „Rape Game“.

Achtung!! Vor Beginn der Session ein Safe-Wort oder -Zeichen vereinbaren. Eine psychische Überforderung des Bottoms ist für den/die Top/s meist schwer erkennbar, da diese individuell sehr unterschiedlich sein kann. Deshalb sind Safe-Wörter oder Zeichen unbedingt zu beachten. Im Unterschied zum Top kann der Bottom in psychische Abhängigkeit, Realitätsverlust, Panik- und Angstzustände verfallen (z. B. bei zu langem Aufenthalt in Käfigen, Zellen oder dunkeln Räumen. Deshalb darf er nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Als Folge durch das Fesseln – vorgeblich ungewollt, sprich der Bottom wehrt sich – kann es zu Striemen kommen. Außerdem können Knoten falsch gesetzt werden – zu eng oder falscher Sitz. Insgesamt kann des durch das Fesseln zu Panikzuständen und vor allem Realitätsverlust kommen. Infektionsrisiken sind keine Bekannt.

Gunplay

Das Spiel mit Waffen (Pistolen oder Gewehre) im sexuellen Kontext. Zum Beispiel liegt einer nackt auf dem Bett und der andere steckt ihm eine Pistole in den Mund, Arsch oder hält ihm diese an die Schläfe oder den Sack. Das erregt den auf dem Bett liegenden so sehr, dass er davon geil wird. In manchen Fällen ist dieses auch das „Vorspiel zu einem „Rape Game“.

Achtung!! Vor Beginn der Session ein Safe-Wort oder -Zeichen vereinbaren. Den Botton keinesfalls psychisch überfordern und die abgesprochenen Safe-Wörter oder -Zeichen beachten. Im Verlauf dieser Spielart kann es zu Panik-Attacken kommen. Auch kann der Bottom zeitweise den Bezug zur Realität verlieren. Beim Einführen in den Mund oder in den After des Bottoms kann es zu Verletzungen und bei der Benutzung einer Waffe an mehreren Personen zu Infektionen wie HIV, Hepatitis und anderen STIs kommen.

Rape games (Vergewaltigung)

Sind Vergewaltigungsspiele, in denen der Bottom, vorgeblich ungewollt, von einem Top zum Sex – manchmal auch Sex mit anderen – gezwungen wird. Für beide Seiten ist diese Art der Unterwerfung der ultimative „Kick“ um einen Super-Orgasmus zu erleben.

Achtung!! Vor Beginn der Session ein Safe-Wort oder -Zeichen vereinbaren. Den Botton keinesfalls psychisch überfordern und die abgesprochenen Safe-Wörter oder -Zeichen beachten. Im Verlauf dieser Spielart kann es zu Panik-Attacken kommen. Auch kann der Bottom zeitweise den Bezug zur Realität verlieren. Auf alle Fälle sollten Tabus, Grenzen, der Gebrauch von Waffen und das Fesseln vorab geklärt werden. Auch der Gebrauch von Kondomen und „Drogen“ muss vorab geklärt sein. Bei einem gewaltsamen Eindringen in den Bottom sind Anal- und/oder Mundverletzungen sehr leicht möglich. Beim Gebrauch von Gegenständen wie Messern, Waffen, Handschellen und ähnlichem sind Schnittverletzungen, Hämatome, Panikattacken und Realitätsverlust nicht auszuschließen. Infektionsrisiken sind HIV, Hepatitis und anderen STIs.

Slamming

Slamming heißt wörtlich übersetzt „(zu)knallen“, aber auch „schlagen“ oder „niedermachen“. Slamming steht für den intravenösen Konsum von Chems, weil hier die Wirkung nach wenigen Sekunden „wie ein Knall“ eintritt. Geslammt wird innerhalb der Sex- und Partyszene, vor allem auf privaten Partys. Weitergehende Informationen findest Du auf den Seiten der IWWIT-Kampagne.

Autoerotik

Ein von jedem schon mal praktizierter Sex (wichsen), der in der Regel mit einem Orgasmus endet und mit einem Kopfkino beginnt. Sobald sich die Selbstbefriedigung im Bereich von BDSM abspielt, ist eine gewisse Vorsicht geboten.

Achtung!! Sich bewusst sein, dass man bei gefährlichen Sex-Spielen wie Bondage und Apnoe keinen Partner (Helfer) in der Nähe hat, der einen aus Gefahren befreit und retten kann. Bei exzessivem Praktizieren (sprich ausschließlichem) kann es zu einem Realitätsverlust und zum Verlust sozialer Kontakte (mit den damit verbundenen psychischen Risiken) führen. Bei Selbst-Bondage oder Atemreduktionsspielen kann es durchaus zu gefährlichen Situationen kommen. Kommt ein Dildo zum Einsatz, können Darmrisse oder Fissuren erfolgen. Beim Benutzen von Sonden und Kathetern können Entzündungen und Verletzungen der Harnröhrenschleimhaut erfolgen. Infektionsrisiken können nur beim Gebrauch von Sextoys auftreten, die von mehreren Personen genutzt werden – HIV, Hepatitis und andere STIs.

Age-Play

Dies sind Rollenspiele wie z. B. Priester – Messdiener, Vater – Sohn, Lehrer – Schüler, Windeln usw. Den Spielpartnern geht es um die Kontrolle bzw. den Verlust dieser während einer Session. Nicht immer ist in diesen Rollenspielen der Sexualkontakt (sprich der Sexakt) wichtig. Oftmals geht es nur um die liebevolle oder erzwungene Zuwendung.

Achtung!! Vor Beginn der Session ein Safe-Wort oder -Zeichen vereinbaren. Den Botton keinesfalls psychisch überfordern und die abgesprochenen Safe-Wörter oder -Zeichen beachten. Es können Erinnerung an verdrängte Geschehnisse im Kindesalter, die innerhalb des Spieles zu unkontrollierbaren Situationen und einem Absturz des Bottom oder auch des Tops führen können, auftauchen. Dabei kann es zu Abhängigkeit und Realitätsverlust kommen. Infektionsrisiken: Je nachdem, welche Sexpraktiken im Rollenspiel ausgeübt werden: HIV, Hepatitis und andere STIs.

Vierundzwanzigsieben (24/7)

Dieses steht für 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Also für eine BDSM-Lebensform, die „rund um die Uhr“ das Machtgefälle Top-Sub aufrechterhalten möchte. Es handelt sich dennoch um eine einvernehmliche Variante, wenn dieses von beiden gewünscht wird. Allerdings ist es ein Irrglaube, dass funktionierende 24/7-Beziehungen sich ununterbrochen der Machtelemente bedienen. Es handelt sich hierbei in erster Linie um die ständige Möglichkeit, nicht um die ständige Ausübung.

Achtung!! Beide Beteiligte müssen sich der Konsequenz bewusst sein. Speziell der Top sollte sich die Verantwortung, die er auf Dauer übernimmt, vor Augen führen. Verlust der Persönlichkeit und Realitätsverlust des Bottoms drohen bei Aufkündigung der Rolle des Tops. Somit liegt eine hohe Verantwortung beim Top für die seelische und emotionale Gesundheit des Bottoms. Infektionsrisiken: Je nach ausgeübten Sexpraktiken: HIV, Hepatitis und andere STIs.

TPE – Total Power Exchange

Ist der völlige Austausch bzw. die Abgabe des persönlichen Selbstbestimmungsrechts der Macht und die absolute Kontrolle des Tops über den Bottom. Dieses ist die extremste Form von 24/7, in der der Bottom jegliche Kontrolle und Rechte des GESAMTEN Lebensbereichs an den Top uneingeschränkt und OHNE zeitliche Begrenzung abgibt.

Achtung!! Sowohl der Top als auch der Bottom müssen sich der Tragweite dieser Entscheidung bewusst sein. Es bedeutet, dass der Bottom eventuell selbst sein eigenes soziales Umfeld (möglicherweise auch den Kontakt zur Familie) verliert. Er ist in der Regel nicht nur emotional sondern auch finanziell von seinem Top komplett abhängig. Daraus können ein Verlust der Persönlichkeit und der Bezug zur Realität des Bottoms resultieren. Infektionsrisiken: Je nach ausgeübten Sexpraktiken: HIV, Hepatitis und andere STIs.

Topping from the Bottom

Der Versuch eines Bottoms, seinen Top zu manipulieren z. B. durch besonders renitentes Verhalten, damit er die Strafe bekommt, die er will. Derartiges Verhalten ist unter den „Tops“ nicht unbedingt gerne gesehen. Allerdings gibt es durchaus Aktive, die sich gerne so beeinflussen lassen, um der Verantwortung für eine „Session“ zu entgehen bzw. diese an den Bottom abzugeben.

Achtung!! Infektionsrisiken: Je nach ausgeübten Sexpraktiken: HIV, Hepatitis und andere STIs.