Während der Session empfindet ein Sadist (Top) eine sexuelle Stimulation und Lust daran, seinen Masochisten (Bottom) zu demütigen, zu unterdrücken, zu quälen oder zu foltern. Er will in der Regel die Macht spüren, jemanden zu unterjochen, zeitweise zu besitzen und alles mit diesem tun zu können, wonach ihm der Sinn steht. Jedoch muss er darauf achten, seinen Bottom (Partner) weder zu überfordern, noch ihm bleibende Schäden zuzufügen, sondern dafür sorgen, dass dieser ebenfalls seine Erfüllung findet.

Der Masochist kann in der Regel den Schmerz in sexuelle Lust umwandeln und empfindet die Strafen (Züchtigungen) als erstrebenswerte und gewünschte, ja ersehnte, Zeichen der Verbundenheit mit seinem Top. Manche Masochisten können die empfundenen Schmerzen so sehr in Lustempfinden wandeln, dass sie ein Gefühl des „Fliegens“ haben, was oft sowohl mit einem körperlichen als auch mit einem „Kopf“-Orgasmus einhergeht. Durch die Ausschüttung von körpereigenen Morphinen sind die Masochisten oftmals gar nicht ansprechbar und wie in Trance.

In der Regel ist das „Auffangen“ und Loben des Bottoms, für seine Hingabe und dem Ertragen der Schmerzen, das Zeichen für eine gute Session. Dieses ist auch Ausdruck der Verbundenheit der beiden, die nur durch bedingungsloses Vertrauen und Zuneigung sowie Respekt für den anderen erreicht werden kann.

Schlagen/Spanken/Auspeitschen

Bei einigen SM-Spielarten wird der Bottom durch den Top mittels Schlägen bestraft. Dabei werden die verschiedensten Materialien und Gegenstände verwendet wie z. B. Paddels, Peitschen, Rohrstöcke, Gerten, Kochlöffel aber auch Brennnesseln etc.). Oftmals ist der Bottom stolz, die Spuren seiner „Hingabe“ zu tragen UND zu zeigen.

Achtung!! Der Top sollte die Handhabung des Werkzeugs beherrschen und wissen, an welchen Körperstellen z. B. Nieren, Hals, Ohren, Solarplexus usw. er leicht innere Verletzungen verursachen kann. Er sollte unbedingt vermeiden, auf diese Körperstellen zu schlagen.

Hinweis: Je dünner und länger das Werkzeug, desto höher das Verletzungsrisiko.

Als mögliche Gefahren sind Blutergüsse, Blutungen, Platzwunden und innere Verletzungen zu erwähnen. Falls die Schlagwerkzeuge an mehreren Personen ohne vorherige Säuberung benutzt werden, sind HIV, Hepatitis und anderen STI-Übertragungen möglich.

Bastonade

Eine „Unterart“ des Schlagens; bei dem die Schläge ausschließlich auf die Füße, vornehmlich die Fußsohlen, erfolgen.

Achtung!! Der Top sollte darauf achten, dass der Bottom NACH einer Session noch in der Lage ist zu stehen und zu gehen.

Es sollten Safe- Wörter oder -Zeichen vereinbart und unbedingt beachtet werden.

Hinweis: Je dünner und länger das Werkzeug, desto höher das Risiko.

Als mögliche Gefahren sind Blutergüsse, Blutungen, Platzwunden und innere Verletzungen zu erwähnen. Falls die Schlagwerkzeuge an mehreren Personen ohne vorherige Säuberung benutzt werden, sind HIV, Hepatitis und anderen STI-Übertragungen möglich.

Aufspannen

Gemeint ist das Einspannen von Gliedmaßen zum Zwecke des Streckens. Der Bottom wird z. B. auf einer Streckbank an Händen und Füßen befestigt und dann gestreckt oder an Armen und Beinen mittels eines Flaschenzuges oder ähnlichem aufgehängt. Bisweilen wird er noch durch Gewichte beschwert. Achtung!! Es sollten Safe-Wörter oder -Zeichen vereinbart und unbedingt beachtet werden. Das Fixieren von Händen, Armen und/oder Beinen muss so ausgeführt werden, dass weder die Gelenke, die Blutbahnen noch die Nerven überbeansprucht werden. Es kann zu einer Überdehnung oder dem Auskugeln von Gelenken sowie zu Muskelfaserrissen kommen. Infektionsrisiken sind keine bekannt.

Branding

Hierbei wird mit sehr heißen oder kalten Metallstücken die Haut verbrannt, um so ein permanentes Bild aus den verheilten Wunden durch Narben zu erzeugen. Sowohl für den Bottom als auch für den Top ist es ein Zeichen der Verbundenheit und Liebe.

Achtung!! Auf sterile Nachbehandlung (Wundversorgung) achten. Verbrennungen und „wuchernde“ Narbenbildung sind möglich. Da der Heilungsprozess der Haut nicht genau vorhersagbar ist und die Narben unschön (z. B. durch wilden Fleischwuchs) verheilen können, ist damit immer ein Risiko verbunden. Wichtig ist die vorherige Bewusstmachung: diese Praktik ist unumkehrbar.

Infektionsrisiken sind nicht bekannt.

Blood sports / Scarification

(siehe auch Klinik-Erotik)

Eine Spielart, bei der Blut eine zentrale Bedeutung hat. Dieses ist hauptsächlich in Verbindung mit den Spielarten Cutting, Piercing, Tackern, Nähen, Nadeln und bisweilen auch bei Auspeitschungen anzusiedeln.

Achtung!! Es sollten Safe-Wörter oder -Zeichen vereinbart und unbedingt beachtet werden.

Prinzipiell ist auf sterile Instrumente und Desinfektion der Utensilien zu achten. Zudem sollte der Top über gutes medizinisches Wissen verfügen. Dies ist eine sehr riskante Spielart, die umfangreiche Vorkenntnisse und ein Maximum an medizinischer Hygiene verlangt. Man sollte wissen, in welchem Bereich man bedenkenlos wie tief schneiden oder nadeln darf. Außerdem unbedingt den Wundbereich desinfizieren!

Bei Gebrauch von nicht sterilen Utensilien bzw. deren Gebrauch an mehreren Personen sind HIV, Hepatitis und andere STI Infektionen möglich.

CBT – Cock & Ball Torture

(siehe auch unter Klinik-Sex)

Bedeutet das Quälen von Penis und Hoden z. B. Quetschen, Schlagen, Abbinden, Anhängen von Gewichten, Klammern etc. Dies bringt beiden meist eine hohe Geilheit und für den Bottom ein gesteigertes Lustempfinden.

Achtung!! Es sollten Safe-Wörter oder -Zeichen vereinbart und unbedingt beachtet werden.

Grundsätzlich sollte der Top über grundlegende anatomische Kenntnisse verfügen und sich der Sensibilität der männlichen Geschlechtsorgane bewusst sein.

Mögliche Folgen sind unter anderem eine Dauererektion oder die Desensibilisierung bzw. der Gefühlsverlust der Genitalien. Weiterhin kann eine bleibende Impotenz durch Verletzung der Schwellkörper auftreten. Beim Verbiegen des steifen Penis kann es zum Penisbruch kommen. Insbesondere an den Hoden kann es zu lebensgefährlichen inneren Verletzungen, Schockzuständen und Unfruchtbarkeit kommen.

Infektionsrisiken sind nicht bekannt.

Deprivation

Aus dem Englischen stammende Bezeichnung für Sinnesentzug. Dem Bottom werden alle oder fast alle Sinneswahrnehmungen entzogen z. B. durch Augenbinde, Ohrstöpsel etc. Dies vergrößert die Sensibilität der anderen Sinne bzw. die Empfindlichkeit des Bottom und wirkt sexuell stimulierend.

Achtung!! Es sollten Safe-Wörter oder -Zeichen vereinbart und unbedingt beachtet werden.

Genaues Beobachten des Bottoms, um dessen Grenzen zu erkennen ist eine Grundvoraussetzung.

Der Bottom kann in eine psychische Abhängigkeit, Realitätsverlust, Panik- und Angstzustände vor allem bei zu langem Sinnesentzug verfallen.

Infektionsrisiken sind nicht bekannt.

Face sitting

Wie im Wort enthalten, setzt sich der Top dabei auf das Gesicht des Bottoms. Mit dieser Methode werden in der Regel drei Absichten verfolgt:

  1. Der Top lässt sich auf diese Weise von dem Bottom lecken.
  2. Der Top benutzt seinen Hintern, um damit die Atmung des Bottoms zu kontrollieren.
  3. Der Top benutzt das Gesicht des Bottoms als Sitzkissen, wobei der absolut regungslos zu verharren hat.

Für diese hauptsächlich in den USA verbreitete Art der Unterwerfung gibt es auch speziell gefertigte Möbel, deren Sitzflächen das darunterliegende Gesicht des Bottoms frei lassen und es somit dem Top ermöglichen, stundenlang und bequem auf/über dessen Gesicht zu verweilen.

Achtung!! Es sollten Safe-Wörter oder -Zeichen vereinbart und unbedingt beachtet werden.

Der Top muss darauf achten, dass der Bottom immer wieder die Möglichkeit des Atmens erhält. Untrainierte Personen können ihren Atem nicht länger als zwei Minuten anhalten. Bei einer Apnoe wird kein CO2 mehr abgeatmet. Atemstillstand führt in kürzester Zeit – unabhängig von der Ursache – zu einem gefährlichen Sauerstoffmangel im Blut, in dessen Folge es rasch zu einem weiteren Ausfall von wichtigen Vitalfunktionen kommen kann. Weiterhin führt es zu einer Sauerstoff-Unterversorgung des Gehirns mit möglicherweise irreversiblen Schäden.

Infektionsrisiken sind Hepatitis und anderen STIs.

Keuschhaltung

Gerade im D/S-Bereich bzw. in 24/7-Beziehungen, in welcher der dominante (Top) über die Sexualität des devoten (Bottom) bestimmt, findet dieses z. B. durch Anlegen von Keuschheitsgürteln oder Androhung von Strafen Anwendung.

Achtung!! Spezielle Polsterung und penible Intimhygiene sowie ein gutes Anpassen des Keuschheitsgürtels sind unbedingt nötig.

Es können Infektionen und Irritationen auf der Haut wie Reizung und Entzündungen der Geschlechtsteile bei längerer Anwendung des Keuschheitsgürtels auftreten.

Infektionsrisiken sind nicht bekannt.

Klammern

Klammern sind eines der beliebtesten Hilfsmittel zum Quälen. Am häufigsten werden dabei Wäscheklammern, Zugklammern, Krokodilklemmen, Laborklemmen und ähnliches verwendet. Die beliebtesten Ansatzstellen sind der Genitalbereich und die Brustwarzen.

Achtung!! Nicht zu enge, feste Klammern verwenden und die Einstellung nicht auf „NULL“ regulieren.

Zu langes oder festes Anlegen kann zu Blutergüssen und Durchblutungsstörungen sowie zu Verletzungen der Haut führen.

Beim Benutzen der Klemmen an mehreren Personen kann es zu Infektionen mit HIV, Hepatitis und anderen STIs kommen.

Melken

Ein Machtspiel, bei dem der Bottom immer wieder zum Abspritzen gezwungen wird, was mit der Zeit eine schmerzhafte sexuelle Variante darstellt.

Risiken sind keine bekannt.

Cum control

Ein Machtspiel, bei dem der Bottom immer wieder bis kurz vor den Orgasmus gebracht wird, was mit der Zeit eine schmerzhafte sexuelle Variante darstellt. Achtung!!

Risiken sind keine bekannt.

Wachsspiele

Das Beträufeln des Körpers mit Kerzenwachs. Dieses lässt – je nach Abstand zur Haut und nach Art des Wachses – einen lustvollen Schmerz entstehen.

Achtung!! Vor einer Wachsbehandlung die Stellen, wo es platziert werden soll, von Haaren befreien. Das Entfernen von erkaltetem Wachs auf Haaren ist sehr schmerzhaft.

Keine Bienenwachskerzen oder farbige Kerzen verwenden, da dieses Wachs sehr heiß wird. Es kann zu Verbrennungen und Narbenbildung kommen.

Infektionsrisiken sind nicht bekannt.

Zigarre/Zigarette

Das Spiel mit Zigarren und/oder Zigaretten auf der Haut des Bottoms, um diesen so zu quälen oder zu stimulieren. Auch kann der Bottom vom Top als Aschenbecher benutzt werden.

Achtung!! Mit der Glut vorsichtig umgehen. Die Zigarren oder Zigaretten nicht plötzlich ausdrücken, sondern durch sanftes Rollen zum Verlöschen bringen.

Es kann zu Verbrennungen und Narbenbildung kommen.

Infektionsrisiken sind nicht bekannt.